Früherkennung von Unternehmenskrisen

Wenn der Betriebsrat vom Arbeitgeber aufgefordert wird Beiträge zur Sanierung des Unternehmens zu leisten, ist es in der Regel bereits sehr spät, um das Unternehmen zu retten. Die Unternehmenskrise lässt sich dann bereits in den Geschäftsberichten abzulesen. Es ist daher wichtig, dass Betriebsräte die Anzeichen von Unternehmenskrisen rechtzeitig erkennen.  Dazu ist es erforderlich, dass die Betriebsräte sich mit den wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens beschäftigen und sie verstehen. Je früher eine Unternehmenskrise erkannt werden kann,  umso größer ist die Chance für die Betriebsräte noch wirkungsvoll einzugreifen und Arbeitsplätze zu retten.

Um das zu erreichen, ist es erforderlich die wesentlichen Kennzahlen des Unternehmens systematisch zu sammeln und auszuwerten.

Um diese Aufgabe für die Betriebsräte leichter zu machen, hat die IG-Metall ein betriebswirtschaftliches Informationssystem namens BIWIN entwickelt.

In der Regel wird diese Aufgabe in den Wirtschaftsausschüssen der Betriebsräte geleistet. Der Berichtsumfang ist im § 106 ff BetrVG im Detail geregelt. Aber auch Betriebsräte ohne Wirtschaftsausschuss haben die Möglichkeit gleiche Informationen zu erhalten, nur nicht auf so direktem Wege und unter dem Schirm gesetzlicher Regelungen.

Seit der letzten Reform des BetrVG besitzt jeder Betriebsrat nun nach dem §92 BetrVG die Möglichkeit und Aufforderung aktiv für die Beschäftigungssicherung Vorschläge zu unterbreiten.

Das Werkzeug BIWIN erleichtert die Aufgabe zunächst einmal überhaupt wichtige Informationen zu erhalten. Häufig ist hierzu eine „Einführungsphase“ erforderlich, um überhaupt die Bereitstellung der Daten durchzusetzen.

Quelle: AiB 6/2013, Seite 355 bis 358

Anforderung am besten über die IG-Metall. (IG-Metall-Vorstand: walter.vogt(at)igmetall.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

+ 30 = 33