Vorgetäuschte Krankheit – Kündigung kann Gesundheitsstörungen auslösen

Aus der Urteilsbegründung:

„So erscheint es nicht als ausgeschlossen, ja nicht einmal als ungewöhnlich, dass eine Arbeitnehmerin nach Übergabe einer schriftlichen ordentlichen Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses im Laufe desselben Tages gesundheitliche Störungen der von der Klägerin beschriebenen Art (Übelkeit bis zum Erbrechen, Kopfschmerzen, Weinkrämpfe) erleidet, die zu einer zweiwöchigen Arbeitsunfähigkeit führen.“

„Zwar muss es sich dabei nicht um eine „Konfliktsituation“ gehandelt haben, die das Arbeitsgericht in den Urteilsgründen erwähnt. Jedoch kann im Einzelfall auch die Kündigung selbst – auch wegen des im Anschluss daran geführten Gesprächs über die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ende der Kündigungsfrist – eine Situation darstellen, die zu einer Destabilisierung des kurz zuvor noch stabilen Gesundheitszustandes führen kann.

Angesichts der Tatsache, dass – anders als bei der Klage auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – im Rahmen der Kündigungsschutzklage dem Arbeitgeber die volle Beweislast für das Vorliegen eines wichtigen Grundes zur außerordentlichen Kündigung i.S.d. § 626 BGB obliegt, war die Berufung zurückzuweisen.“

Hess. LAG, 01.12.2012,  Aktz: 7 Sa 186/12

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