Wahl zum Betriebsrat

Als neu gewähltes Betriebsratsmitglied haben Sie sicher viele Fragen und Ideen und möchten für Ihre Kolleginnen und Kollegen in Ihrem Betrieb viele Dinge verändern und verbessern.

Unabhängig davon, ob Sie in einen bestehenden, erfahrenen Betriebsrat einsteigen oder mit Ihren Kollegen einen neuen Betriebsrat bilden, sind die erstenSchritte in die Betriebsratstätigkeit für Sie persönlich sehr ähnlich.  

Die einzelnen Schritte lassen sich in einer Reihenfolge auflisten:

-      Schulung
-      Aufgaben im Betriebsrat klären
-      Betriebsratsarbeit planen
-      Betriebsratsteam entwickeln

 Im Einzelnen:

  • Schulung

Ohne eine Ausbildung sind Sie, genau wie im Berufsalltag, nicht in der Lage ihre Funktion als Betriebsrat auszufüllen. Die Schulung beginnt immer mit den Grundlagenschulungen. Bei allen Bildungsangeboten heißen sie Betriebsrat I. oder Einführung in die Betriebsratsarbeit I..

Eine solche Schulung dauert, wenn sie seriös angeboten wird, 4,5 Tage mindestens. Der Arbeitgeber muss Sie für diese Schulung freistellen, die Ausbildungskosten übernehmen ggf. die Fahrtkosten und Hotelkosten, die durch die Schulung anfallen. Er kann die Schulung nicht verbieten. Den Anbieter dürfen sie sich selber aussuchen.  Nur wirklich wichtige betriebliche Gründe könnten zu einer Verschiebung führen.

Auch in einem bereits erfahren Betriebsrat müssen Sie, um mitarbeiten zu können, zunächst diese Schulungen absolvieren. Diesen Schulungsanspruch hat jedes Betriebsratsmitglied individuell.

Insgesamt müssen Sie folgende Grundlagenschulungen besuchen:

-          Betriebsräte I.
-          Betriebsräte II.
-          Betriebsräte III.
-          Betriebsräte VI.
-          Arbeitsrecht I.
-          Arbeitsrecht II.
-          Arbeitsrecht III.
-          Grundlagen des Arbeitsschutzes I.
-          Grundlagenseminare zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

Im Idealfall sollten Sie diese Seminare so schnell wie möglich besuchen! In der Regel wird das aber mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn Kollegen im Betriebsrat bereits diese Seminare besucht haben ist eine Verzögerung möglicherweise zu rechtfertigen. Sind Sie jedoch in einem völlig neuen Betriebsrat, sollte das Gremien durch ein gute Planung dafür sorgen, dass mindestens das Gremium so schnell wie möglich die Grundlagenschulungen besucht hat.

  • Aufgaben im Betriebsrat klären

Möglicherweise haben Sie sich in den Betriebsrat wählen lassen, um ganz bestimmt Interessen Ihrer Kollegen einzubringen. Im Betriebsratsgremium sollte es eine Aufgabenteilung geben. Das in vielen Betriebsräten alle Arbeit am Betriebsratsvorsitzenden „hängen bleibt“ ist nicht in Ordnung. Betriebsräte sind im Betriebsratsgremium alle gleichberechtigt, haben die gleichen Rechte! Sonderrechte des Vorsitzenden gibt es nicht. Nur besondere Aufgaben.

In einem neugewählten Betriebsratsgremium verteilen Sie die Aufgaben und Arbeiten unter den Kollegen. Dabei sollte möglichst jeder Kollege die Arbeiten und Aufgaben übernehmen, die ihm am meisten liegen.

In einen bereits existierenden Betriebsrat sollten Sie sich für ihr besonderes Interesse einsetzen und die Verantwortung für die Umsetzung übernehmen. Hierzu ist ggf. auch eine besondere Schulung erforderlich.  Auf diese Schulung haben Sie dann auch einen Rechtsanspruch! Die Ausbildung muss vom Arbeitgeber bezahlt werden.

  • Betriebsratsarbeit planen

Sie werden als neu gewähltes Betriebsratsmitglied schnell merken, dass die Arbeit sehr viel umfangreicher ist als Sie gedacht haben. Leider ist dies nicht nur ein Anfangsproblem. Auch erfahrene Betriebsräte klagen beständig über die steigenden Anforderungen durch den Arbeitgeber und den Aufgabenumfang. Am Ende „reagieren“ die Betriebsräte i. d. R. nur noch auf die vom Arbeitgeber geschaffenen Probleme und kommen nicht dazu, eigene Ziele zu formulieren. Dies ist für die betroffenen Betriebsräte nicht nur unbefriedigend, es führt auch dazu, dass wesentliche Betriebsratstätigkeiten nicht mehr wahrgenommen werden können, z. B. Vorschläge zur Sicherung und Förderung der Beschäftigung, wie es § 92 a BetrVG ermöglicht: „Diese (Betriebsratsvorschläge) können insbesondere eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit, die Förderung von Teilzeitarbeit und Altersteilzeit, neue Formen der Arbeitsorganisation, Änderungen der Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufe, die Qualifizierung der Arbeitnehmer, Alternativen zur Ausgliederung von Arbeit oder ihrer Vergabe an andere Unternehmen sowie zum Produktions- und Investitionsprogramm zum Gegenstand haben.“ Beginnen Sie sofort damit, Ihre Arbeit zu planen.

-      Verteilen Sie die Arbeit im Gremium auf die unterschiedlichen Betriebsratsmitglieder  (mit Termin der Fertigstellung).
-      Vermeiden Sie eine „Verzettelung“.
-      Lassen Sie das ganze Gremium schulen (mit einer Inhouse-Schulung sind alle Betriebsratsmitglieder schnell auf einem Wissenstand).
-      Vereinbaren Sie Ziele für die Betriebsratsarbeit.

 

  • Betriebsratsteam entwickeln

Als Betriebsrats stehen Sie oft zwischen den Fronten: Kolleginnen und Kollegen auf der einen, die Geschäftsleitung auf der anderen Seite. Umso wichtiger ist ein intaktes Zusammenspiel im Betriebsratsteam. Sie müssen lernen die aktuellen Herausforderungen gemeinsam zu meistern und gemeinsam optimale Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, um kurz-und langfristige Projekte zu bearbeiten, Prozesse anzukurbeln und Ihre Ziele zu erreichen.

Ggf. sollten Sie ein BR-Seminar zur Teambildung planen.

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