Betriebe ohne Betriebsrat

Diese Grafik der Hans-Böckler-Stiftung gibt einen Überblick über die im Rahmen des Projektes herausgearbeiteten Typen der Betriebsratslosigkeit.

Betriebe ohne Betriebsrat

Thema: Regulierung von Arbeitsbeziehungen in betriebsratslosen Betrieben

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Fachgebiet und Arbeitsrichtung: Arbeits- und Industriesoziologie; Soziologie der industriellen Beziehungen

Laufzeit: 36 Monate (Mai 2003 bis April 2006)

Kurzbeschreibung:

Eine der entscheidenden Säulen des bundesdeutschen Systems industrieller Beziehungen stellt die Institution des Betriebsrats dar. Dies gilt umso mehr, als seit Mitte der 80er Jahre ein Prozess der Verbetrieblichung industrieller Beziehungen in der Bundesrepublik zu beobachten war, in dessen Rahmen die Regulierungskompetenz der Betriebsparteien zusätzlich gestärkt wurde. Angesichts dieser Aufwertung der betriebspolitischen Arena gewinnt die gleichzeitig zu beobachtende Zunahme so genannter ‚mitbestimmungsfreier Zonen‘ erheblich an Dramatik, denn es ist zu erwarten, dass als Folge beider Entwicklungen die Regulierungswirkung des deutschen Systems industrieller Beziehungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Hier schließt die Projektfragestellung an: Wie sind die arbeits- und betriebspolitischen Regulierungmechanismen in Betrieben ohne Betriebsrat strukturiert? Lassen sich möglicherweise funktionale Äquivalente zur Institution ‚Betriebsrat‘ ausmachen? Dieses wissenschaftlich bislang kaum bearbeitete Thema stellt angesichts der realen Veränderungsprozesse im System industrieller Beziehungen ein dringendes Forschungsdesiderat dar.

Das beantragte Forschungsprojekt hat zum Ziel, typische Formen betrieblichen Interessenhandelns in Betrieben ohne Betriebsrat zu rekonstruieren. Das Vorhaben ist im Rahmen von zwei aufeinander aufbauenden Forschungsphasenorganisiert: Zunächst wird im Rahmen von zwölf Betriebsfallstudien die empirische Breite möglicher Formen arbeitspolitischer Regulierung ohne Betriebsrat erfasst. Anschließend werden vier typische Betriebsfälle ausgewählt, in denen exemplarische Fallstudien durchgeführt und die innerbetrieblichen Austauschbeziehungen mikropolitisch detailliert rekonstruiert werden. Darüber hinaus verfolgt das Forschungsprojekt das Ziel, die institutionellen Konsequenzen der Ausbreitung ‚mitbestimmungsfreier Zonen‘ für das Gesamtsystem industrieller Beziehungen in Deutschland auszuloten.

Team:

  •  Rainer Trinczek, Prof. Dr.,
  •  Ingrid Artus, Dr. Prof.,
  •  Sabine Böhm,
  •  Stefan Lücking, Dr.,

Veröffentlichungen:

 Das Projekt in der Presse:

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